Folge 69 - Die beste Strategie scheitert ohne sinnvolle Kommunikation

Shownotes

Gudrun Kartnig & Josef Anichhofer www.kartnig-consulting.at www.bürgermeistercoach.at

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00:00:06: Der Bürgermeister-Podcast, der Podcast für Bürgereisterinnen und Bürgemeistern – und für alle die es werden wollen.

00:00:14: Willkommen zum Bürgermester-PodCast im Ort an dem wir all jene Themen beleuchten, die unsere Bürgerveisterinnen oder Bürg gemeistert bewegen!

00:00:24: Wir sind Gudrun Karpnik...

00:00:26: ...und Josef Anhichhofer.

00:00:28: Zusammen

00:00:28: sind wir den Bürgeremestercoaches.

00:00:31: Wir tauchen in die Welt der Bürgermaisterinnen & Bürgmeister ein.

00:00:34: Wir sprechen mit Ihnen, diskutieren mit Experten aus der Kommunalpolitik und teilen Einsichten und Erfahrungen die Bürgermeister in ihrer täglichen Arbeit weiterbringen.

00:00:58: Beste Strategie nützt nichts wenn niemand mitgenommen wird!

00:01:02: Warum Kommunikation und frühzeitige Einbindung über Erfolg oder Scheitern entscheiden?

00:01:08: Hallo liebe Zuhörer herzlich willkommen im Bürgemeister-Podcast zu einer neuen Folge.

00:01:14: Heute geht es um ein Thema, das vermutlich jede Bürgermeisterin und jeder Bürgemeister kennt.

00:01:20: Man hat eine richtig gute Idee, eine gut durchdachte Strategie – und trotzdem läuft es schief!

00:01:27: Heute reden wir darum, warum die beste Strategie ohne klare Kommunikation und ohne rechtseitige Einbindung der Betroffenen einfach keine Chance hat.

00:01:38: Hallo lieber Josef!

00:01:43: dass wir das Thema heute aufgreifen, weil es im Beratungsalltag wirklich ein Klassiker ist.

00:01:49: Also quasi das gut gemeint und wirklich Gutes tun sind die oft Welten dazwischen Und oft kommen halt Bürgermeisterinnen und Bürgemeister zu mir und zu uns und sagen ich verstehe das nicht.

00:02:02: Ich habe ein sinnvolles Projekt der Thema etwas was angegangen werden muss Und warum begegnet man da so viel Widerstand und warum stellen sich die Leute da quer?

00:02:13: Dann ist eigentlich die Antwort fast immer dieselbe.

00:02:16: Ja, du coachst ja seit Jahren Bürgermeisterinnen und Bürgemeistern.

00:02:20: Wie oft erlebst du es, dass eine inhaltlich kluge Strategie an der Kommunikation scheitert?

00:02:27: Leider zu oft!

00:02:30: Es ist so, dass ein Thema im Kern oft kaum ein Sachthema ist, wo der Streit oder wo der Widerstand aufkommt.

00:02:39: Sondern ein Kommunikationsthema.

00:02:43: Die Inhalte sind da meistens nicht das Problem sondern das Problem ist dass die Menschen oder die Betroffenen und das können Mitarbeiter sein, das können Bürger sein, Das können Fraktionskollegen oder die Mitglieder im Gemeinderat sein.

00:02:59: Das Gefühl haben es ist über sie hinweg entschieden worden

00:03:04: Ein häufiges Thema.

00:03:05: Hast du so ein Beispiel dafür?

00:03:07: Natürlich anonymisiert.

00:03:09: Selbstverständlich, aber gerne natürlich... Ich habe ein konkretes Beispiel, wo es um einen Ortskernprojekt gegangen ist, also eigentlich was in vielen Gemeinden vorkommt und das war auch wirklich gut geplant, architektonisch sauber aufgesetzt, auch finanzierbar und durchaus sinnvoll.

00:03:33: Aber die unmittelbaren Anrenner haben das erste Mal aus der Zeitung davon erfahren, dass da auch so was geplant ist.

00:03:40: Und ob da war's vorbei?

00:03:42: Klassiker-Faustera!

00:03:45: Ob da war es vorbei... Da haben sich sofort Gemeinschaft gebildet als Bürgerinitiative.

00:03:51: Das sind Unterschriften gesammelt worden und am Ende hat sie zwei Jahre Verzögerung gegeben und ein abgespeckter wahrscheinlich gar nicht notwendiger Kompromiss.

00:04:04: Und da war auch die Sachfrage nie das Problem, sondern das Problem war ... Die Leute haben gespürt.

00:04:10: Da wird über uns geredet und nicht mit uns.

00:04:14: Zwei Jahre ist eigentlich eine lange Zeit oder?

00:04:16: Das geht schnell ja!

00:04:18: Das heißt, der Schaden entsteht oft nicht durch die Entscheidung selbst, sondern durch das Wie.

00:04:23: Ganz genau also wer das Gefühl hat ich werde übergangen, der wird einmal grundsätzlich dagegen sein.

00:04:30: Selbst wenn das Projekt für mich vom Vorteil wäre, habe ich einmal eine grundsätzliche Abwehrhaltung.

00:04:38: Das ist eine rein menschliche Geschichte und genau dort setzt eigentlich die kluge Strategie an.

00:04:45: sie denkt also da muss man in Kommunikation denken und die Beteiligung von Anfang an mit berücksichtigen.

00:04:52: Also da hilft wahrscheinlich die beste Kommunikation und die Argumentation nichts, gell?

00:04:57: Wenn man Leute darüber geht.

00:04:58: Vor allem wenn es

00:04:59: in der Rechtszeit kommt, ja

00:05:00: genau.

00:05:01: Und du sagst ja oft auch Strategie-und Kommunikations sind ja zwei Seiten derselben Medaille.

00:05:08: Was meinst du damit konkret?

00:05:10: Schau gut an!

00:05:10: Eine Strategie unter Plan, der nur am Schreibtisch entsteht und erst bei der Eröffnung quasi oder beim Kommuniziert wird Ist im Grunde keine Strategie, sondern ein Wunschzeitel.

00:05:23: Ein Briefwunsch-Krisskind.

00:05:26: Strategie heißt ja überlegen wir was wie von heute zu einem Ziel kommen und der schwierigste Teil dieses Weges sind meistens nicht die Pläne unter das Budget und die Statik wenn es um ein Bauprojekt geht, sondern der herausforderndste Teil ist.

00:05:43: immer sind die betroffenen Menschen die ja mitgehen müssen bei so einem Projekt oder beim Thema, oder bei einem Anliegen.

00:05:52: Ja, den Menschen im Mittelpunkt stehen... Was heißt das jetzt?

00:05:55: Bürgerbeteiligung ersetzt die Entscheidung des Gemeinderats?

00:05:58: Also bitte nein!

00:06:00: Das ist mal ganz wichtig zu erwähnen.

00:06:03: Beteiligung ersetzt nicht den Beschluss oder die Entscheidung.

00:06:07: Die politische Verantwortung muss dort bleiben wo sie hingehört nämlich bei den Gewälten Mandataren beim Gemeinderat.

00:06:15: Und das ist auch gut so, dafür sind ja alle gewählt.

00:06:19: Aber gute Einbindung möchte die Entscheidung viel tragfähiger und titulär lieber als Gemeindemandatar.

00:06:26: eine breit mitgetragenes Projekt, der breitmitgetragene Entscheidung beschließen, dass wir geht, geht nicht oder es schwierig... Das sollte eigentlich das Ziel sein.

00:06:40: Und so werden aus Betroffenen Beteiligte gemacht und das ist entscheidende Unterschiede.

00:06:44: Beteilligte tragen ein Projekt mit, Betroffene wehren sich.

00:06:49: Du, wenn du das jetzt auf den Punkt bringst – was sind die wichtigsten Hebel für eine Strategie-Kommunikation?

00:06:55: Die wirklich funktioniert?

00:06:57: Also überzogen, eins zwei drei.

00:06:59: Drei Hebel kann ich da mit anbieten.

00:07:05: Der erste Hebel war früh genug Und zwar wirklich früh, nicht erst mal schon alles steht.

00:07:11: Sondern wenn ich dann erst kommuniziere, wann der Plan fertig ist, dann ist die Beteiligung oft nur Alibi und das gespielen die Menschen.

00:07:19: Die Faustregel, glaube ich, das kann man so sagen, ist relativ einfach.

00:07:22: Solange noch ehrlich sagen kann, da ist was offen und da können wir noch etwas verändern, ja?

00:07:28: Ist es rechtzeitig!

00:07:31: Ein gutes Beispiel dafür, die habe ich aus dem Salzburger Land.

00:07:35: Dort hat der Bürgermeister bei einem Dorfplatzgestaltungsprojekt bewusst keine fertigen Entwürfe präsentiert sondern drei Planungsbüros parallel Skizzen einmal zeichnen lassen und das war ausdrücklich und auch so präsendiert.

00:07:53: noch nicht fertig und entwürfen Genau das soll pro Zichturten auch eine konstruktive Debatte ergeben, statt einer Frontstellung von Hausaus.

00:08:04: Interessanter Punkt!

00:08:06: Also unfertig als Stärke zu sehen?

00:08:09: Das ist schon mal ein echter cooler Punkt.

00:08:11: Was ist noch bei der zweite Hebelnach?

00:08:13: Der zweite Heble ist dass man ganz offen über die Spielräume, die da sind spricht Offen kommunizieren, was ist schon entschieden und wo gibt es aus diversesten Gründen keinen Spielraum mehr?

00:08:27: Weil es rechtliche Voraussetzungen sind.

00:08:30: Weil es oft ja faktische Voraossetzungen sein weil über Grundstücksgrenzen in welchem Thema auch immer.

00:08:37: Weil die Leute sind nicht naiv sie kennen ja gut mit Unsicherheit umgehen wenn man weiß du wird ehrlich kommuniziert und wir werden nicht hinter das Licht geführt.

00:08:47: Da kann man sagen, drei Klungen eben kommunizieren.

00:08:50: Das eine ist, das steht fest und das kann man nicht mehr verändern.

00:08:54: Das zweite ist da können wir wirklich mitgestalten.

00:08:56: Da haben wir Spielraum.

00:08:57: Da ist jetzt auch eure Meinung und eure Anregungen und euer Fachwesen gefragt.

00:09:01: Und das dritte, das können wir nicht beeinflussen weil zum Beispiel das Land oder das Gesetz oder was er immer einen Rahmen vorgibt über den wir nicht darüber hinauskommen.

00:09:11: Und wer diese drei Ebenen klar trennt, der baut dann mal gleich Vertrauen auf!

00:09:17: Okay, du und der dritte Hebel.

00:09:20: Also nach dem Früh genug informieren.

00:09:23: zweitens ehrlich über die Spielräume zu sprechen ist drittens wichtig.

00:09:28: echte Beteiligung steuert Alibi oder Pseudo-Anhörung.

00:09:33: Das ist aus meiner Sicht auch der hackleste Punkt, eine Bügerversammlung abzuhalten bei der ihr die Leidschung spürt das ist eh nur proformer weil in Wahrheit schon alles entschieden reine Inszenierung.

00:09:48: Und das schadet mehr, als wie es nutzt.

00:09:50: Du hast gescheitert, ich mache gar keine.

00:09:53: Echte Beteiligung heißt die richtigen und betroffenen Stimmen werden rechtzeitig gehört, sei es Anreiner, seien es Vereine, sei ist die betroffene Wirtschaft, sei isst die Jugend egal um welches Thema oder Projekte sich handelt.

00:10:07: Da ist jetzt das Allerwichtigste bei dem Hebel – die sichtbare und echte Rückmeldung!

00:10:14: Was passiert mit meinen Anregungen?

00:10:17: Und das haben wir daraus gemacht.

00:10:19: Das haben wir umgesetzt, dass haben wir aus Gründen immer nicht berücksichtigt.

00:10:24: Ohne diese rückmalte Schleife kann ich die Bürgerbeteiligung in Wahrheit vergessen oder die Beteiligung vergessen und oft sind sie nicht einmal Bürger-Beteilighungsprozesse, das ist ja auch im Mitarbeiter Team oder innerhalb des Gemeinderates.

00:10:37: Wenn ich Anregung einfordere muss ich zurückgeben was es mit diesen Anreglungen passiert.

00:10:44: Also drei Heber im Endeffekt möglichst früh, ehrlich und echt.

00:10:50: Wenn ich das jetzt richtig zusammenfasse, also es geht weniger um die Methoden an sich sondern vielmehr um die Haltung dazu?

00:10:56: Ganz genau!

00:10:57: Es ist eine Haltung.

00:10:58: Methoden gibt's ja genug.

00:10:59: Da kommen auch von Onlineplattformen, Bürgerbeteiligungen, Ortsspaziergänge, Workshops... Das ist im Wahrheit sekundär entscheidend.

00:11:08: mit welcher Haltung Gehe auf die Menschen zu.

00:11:12: Und will ich sie wirklich hören oder will ich Sie nur informieren, damit sie ruhig sind?

00:11:17: Die Frage entscheidet über Erfolg oder Misserfolg.

00:11:21: Wenn unsere Zuhörerinnen und Zuhöre morgen früh ins Büro kommen... Was kann jeder sofort tun?

00:11:31: Nach den drei Hebeln oder mit drei Anfragen?

00:11:34: fragen wir mal an Selbsttestwochen.

00:11:35: Erstens was ist gerade mein wichtigstes Projekt in meiner Gemeinde oder mein wichtiges Thema?

00:11:41: Wissen die Betroffene schon davon?

00:11:43: Sind sie eingebunden in irgendeiner Form.

00:11:47: Wenn ich das mit Nein beantwortete, dann war es eigentlich schon, was ich zum tun habe erstens.

00:11:52: Zweitens hab' ich klar gemacht gibt's noch ein Spielraum?

00:11:55: wenn ja oder wo ja und wo nein, wenn ich das selber auch noch nicht klar sagen kann, weiß ich eigentlich auch schon was ich zu tun habe.

00:12:05: Und drittens Wann melde ich zurück oder habe ich zurück gemeldet, was aus den Anregungen geworden ist?

00:12:13: Und wenn ich darauf keinen Antwort habe, dann habe ich bis jetzt auch noch keine Beteiligung gemacht.

00:12:18: Wer die drei Fragen ehrlich für sich beantwortet hat im Wahrheit schon halb dreiviertelt gewonnen.

00:12:25: Das sind ja sehr konkrete und praktische Fragen.

00:12:28: Und ich glaube auch das Schöne daran ist, dass kostet ja eigentlich nichts.

00:12:32: oder die Leute da möglichst früh einzubinden?

00:12:35: Es ist ja nicht einmal eine Frage des Budgets.

00:12:38: Überhaupt nicht!

00:12:39: Das Einzige was es kostet ist Aufmerksamkeit und ein bisschen Eigendisziplin und Haltung.

00:12:44: Es geht einfach darum, dass man diese Fragen tatsächlich stellt bevor wir den nächsten Schritt machen und das lohnt sich weil man dadurch enorm viel Zeit Gold und im Wahrheit auch Nervensport, die später sonst bei Widerstand oder Verzögerungen in jeden Fall verloren gehen.

00:13:03: Also möglichst früh einbinden ist ja mal eine ganz wesentliche Heber!

00:13:08: Josef vielen Dank für deine sehr klaren und praxisnahen Gedanken.

00:13:12: also mein Eindruck Strategie und Kommunikation die gehören wirklich untremmbar zusammen und das ist eine Botschaft, die viele Bürgermeisterinnen und Bürgemeister mitnehmen können

00:13:24: Natürlich.

00:13:25: Danke dir, liebe Gudrun!

00:13:27: Ich möchte das auch noch mal allen mitgeben und das kann ich ja generell im Leben immer anwenden aber vor allem auf kommunaler Ebene oder bei öffentlichen Funktionen.

00:13:36: Eine Strategie wird nicht durch den Beschluss gut, wenn ich es im Gemeinderat beschlossen habe oder wenn ich das als Bürgermeister vorgenommen habe und sage, dass ziehe jetzt durch.

00:13:46: Sondern wird durchs mitnehmender Menschen, der betroffenen Menschen erst richtig gut.

00:13:50: Wer das verinnerlicht, der hat mit viel weniger Gegenwind zu tun und wird viel mehr gemeinsam bewegen

00:13:56: können.".

00:13:58: Ja, schönes Schlusswort.

00:13:59: Lieber Josef!

00:14:00: Vielen vielen Dank dafür und das war's auch heute in unserem Bürgermeister-Podcast.

00:14:05: Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, abonnieren Sie uns am Podcast und bleiben sie dran für weitere spannende Themen rund um die Kommunalpolitik.

00:14:14: Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Ihr Feedback Bis zum nächsten Mal.

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